Süd-westliches Ruhrgebiet

Witten - Springorumtrasse - Niederbonsfeld - Velbert - Niederbergbahn - Wülfrath - Angertal - Lintorf - Duisburger Seenplatte - Mülheim - RS1 - Grugatrasse - Ruhr - Springorumtrasse - Lottental -Witten

Datum: 12. Juni 2020 - Streckenlänge: 120 km
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Heute, an dem Brückentag zwischen Fronleichnam und dem Wochenende, haben wir wirklich schönes Wetter für unseren Fahrradausflug ins südwestliche Ruhrgebiet erwischt. Wir sind heute zu fünft unterwegs. Ich treffe mich mit Selma, Heinz, Heidi und Werner in Munscheid an der Springorumtrasse. Dies ist die umgewidmete Bahntrasse von der Bochumer Stadtmitte zur Ruhr in Dahlhausen, die wir dann bis zum Endpunkt befahren. Hier stehen wir gerade an der Ampel von der Dahlhausener Schwimmbrücke, mit einem sehr komplexen Zufahrt und Ampelanlage. Nachdem der Zug auf der vorgelagerten Eisenbahnstrecke vorbei gefahren ist, haben wir dann endlich freie Fahrt.
Um mal etwas Abwechselung zu den Standardstrecken zu haben, habe ich für die erste Teilkstrecke eine Bergetappe ausgewählt, die zwischen den Schleifen der Ruhr verläuft. Wir fahren auf der Dattenbergstraße, wie der Name schon angibt, den Berg empor. Wir radeln auf der weniger befahrenen Straße an Fachwerkhäusern vorbei in einem ländlichen Umfeld.
Selma, Heidi und Heinz fahren mit ihren Pedelec bergauf, während Werner und Rainer konventionell den Berg nehmen.
Heinz fährt zumeist in der Spitzenposition. Wir wissen jetzt auch warum: Wenn er anhält und sich stundenlang unterhät, muss er sich dann beeilen, das Pensum zu schaffen, und dann muss er erwungener Weise auch eine höhere Unterstützungsstufe einlegen.
Dann geht es noch auf einer Serpentine bergauf, bevor wir die Nierenhofer Straße einlegen. Es ist ordentlich warm und heute wird die Wasserflasche nicht nur zur Zierde mitgeführt.
Auf der Anhöhe halten wir erst einmal an, denn von hier hat man einen weiten Blick über das Ruhrgebiet. In dieser Richtung sieht man den Baldeneysee, der ja von Bergen umschlossen ist.
Weiter östlich erkennt man die Wolkenkratzer (na ja..) der Essener Innenstadt und die Schlüngenberghalde im Hintergrund.
Die Nierenhofer Straße verlassen wir gleich wieder und biegen auf eine schmale Straße, die durch ein Waldbgebiet am Priehlbach entlang führt.
Hier gehts dann steil bergab und wir landen wieder auf einer Nierendorfer Straße, wahrscheinlich die Essener Niedenhorfer Straße? Die ist zwar stärker befahren aber führt dann gradlinig mit moderaten Steigungen in Richtung Verlbert. So, aber jetzt haben wir die heftigen Steigungen hinter uns gelassen. In Velbert erreichen wir dann den anvisierte Panoramaradweg Niederbergbahn, der von Kettwig hier hinaufführt. Eine kurze Pause an unserem Einstieg zu der Trasse und dann gehts auf der asphaltierten Piste nach Wülfrath. Hinter der Absperrung am Wegesrand kann man zwischen den Bäumen schemenhaft die Kalksteinbrüche erkennen.
Der Weg führt dann bergab auf dem Radweg an der Flandersbacher Straße und an den Anlagen der Zementwerke vorbei bis zur Rodenhauser Straße. Wir unterqueren die Brücke und gelangen in das Tal des Angerbaches. Wir fahren auf einer schmalen Straße zu dem Dorf Flandersbach. Hier haben wird schonen einen Vorgeschmack, was uns erwartet. Eine durch Wald und Weiden geprägte Landschaft mit geringer Bebauungsdichte. Danach geht die Straße in einen Feldweg über mit einer puckeligen Oberfläche. Mit dem Mountainbike würde es besser gehen, aber mit dem Treckingrad gehts auch, aber die Vibrationen merkt man schon in der Armen und später am Material.
In Herrenbrück gelangen wir zu einer Baustelle mit Betonstützen und dem Fahrbahnunterbau, die für die Talbrücke als Lückenschluss zur A44 vorgesehen sind. Die richtige Stelle für unser Picknick finden wir hier. Wir sind natürlich voll ausgestattet mit Kocher, Dosensuppen, Gemüse, Wein und Bier. Die Sonne scheint heute kräftig, so dass ein Stizplatz im Schatten schon angebracht ist.
Dann muss es ja mal weitergehen. Wir radeln über einen landschaftlich sehr reizvollen Weg- Über eine lange Strecke geht es durch Waldgebiete und das Flussbett der Anger liegt machnmal direkt neben unserem Weg. In dem Tal liegt auch eine Güterzugstrecke von den Zementwerken; aber es sieht eher so aus, als wäre sie nicht sonderlich stark befahren. Für eine Fahrradtour ist das ein neues Terrain, viel Natur, nicht überfüllt, flache STrecke. Die buckelige Oberfläche hat wohl dazu beigetragen, dass die Strecke für Fahrradtouren nicht ausgiebig benutzt wird.
Dann kommen wir an einer abgesperrten Höhle vorbei, und da wird man neugierig, um was es sich handelt. Um die Neugier zu befriedigen ist dort ein Hinweisschild angebracht woden. Es handelt sich um einen Zwei-Kammer-Brennofen zur Herstellung von Bandkalk und stammt etwa aus dem Jahr 1800.
Kurz danach erreichen wir den Stadtrand von Ratingen; aber wirklich nur den Rand. Nach dem Queren der Bahngleise sehen wir den Hinweis auf das Industriemuseum Cromford. Dann wieder Wald und der Stadtrand von Linfort. Alles Wohngebiete, die wohl nicht als soziale Brennpunkte eingestuft sind.
Der Weg durchs Angertal verlieft auf Oberflächen mit Schlaglöchern oder Betonpflaster mit grobem Schotterzuschlag. Dann beklagte Selma, dass ihr Sattel sich gelöst hat. Es stellte sich heraus, dass die Führung der Sattelstütze den Belastungen nicht gewachsen war und gebrochen ist. Retter in der Not; Heinz und Rainer. Mit Gummispannbändern haben wir den Sattel am Sattelunterbau und den Fahrradstreben zum Ausfallende fixiert, so dass der Sattel wieder einigermaßen genutzt werden konnte.
Wir fahren dann weiter über die Brücke zwischen Masurensee und Wolfsee und legen danach eine Kaffepause ein. Wir erreichen als ersten See der Duisburger Seenpaltte des Wildförster See. Das Ufer des Sees ist soweit zugänglich von Menschen belegt, und viele nutzen das sonnige Wetter für ein Sonnenbad. Wir schieben die Räder über die Brücke zwischen Wolfsee und Masurensee und legen eine Kaffeepause ein und kosten von Selmas Pflaumenkuchen. Mein Plan war eigentlich bis zum Dusiburger Hauptbahnhof zu radeln und dann mit der Bahn die Heimreise nach 60 - 70 km Radkilometern anzutreten. Aber das wurde für unnötig empfunden und man meinte, mit dem Rad zurückzufahren. Na gut, dann zuerst mit dem Rad zum RS1 radeln, der garnicht so weit entfernt ist.
Neben der Regattastrecke geht es über eine Eisenbahnbrücke, an der sich ein riesiger ehemaliger Güterbahnhof erstreckt; man kann nur ahnen, was einst hier los war. Und wieder geht es durch ein dichtes Waldgebiet bis zum Stadtrand von Mülheim. An der Güterbahntrasse zwischen Duisburger Häfen und Essen verläuft ein Weg, der zwar etwa schmal ist aber soweit kein Gegenverkehr auftaucht gut mit dem Rad befahrbar ist.
Und dann erreichen wir hinter der Eisenbahnbrücke auch schon das Ausbauende des Radschnellweges RS1 an der Hochschule Ruhr-West.
Glatter Asphalt, breiter Radweg und die Sonne steht am Spätnachmittag schon tief, jetzt können Kilometer gemacht werden.
Der Wasserturm als Camera obscura genutzt ist eine erste Landschaftsmarke an dem Schnellweg. Für Heidi und Werner ist dieser Abschitt Neuland mit der renovierten Ruhrbrücke. Leider kommt man bei uns in Bochum und Dortmund mit dem Ausbau nicht zu Potte.
Auf dem Foto ist der Abschnitt des Radweges auf der Hochbrücke in Mülheim abgebildet.
Der RS1 verläuft dann erst einmal parallel zur Rheinischen Bahn und wir fahren auf der Weg bis Fronhausen und biegen dann auf die Grugatrasse ab. Hier in Essen hat man schon eine ganz gute Grundlage für ein Radverkehrssystem.
Die Grugatrasse führt in einem weiten Bogen um die Essener Innenstadt und tangiert den Grugapark und das Ausstellungsgelände.
Mittlerweile sind die Vorräte an Essbarem und Flüssigkeit aufgebraucht. Ein Aldi am Wegesrand, wo einst der Bahnhof Rellinghausen gestanden hat, wird aufgesucht und wir kaufen Wasser und Bier ein. Besonders lecker sind die beiden Roggenbrötchen mit Aioli.
Problem bereitet bei mir mal wieder die Schaltung. Die Kassette und die Kette hatte ich schon erneuert; aber die Kettenblätter müssen dringend ersetzt werden.
Mit Gefälle geht es dann zur Ruhr runter, die wir an der Zornigen Ameise erreichen. In Steele steht die Sonne schon sehr tief, und Abendlicht lässt die Farben kräftiger erscheinen.
Wir radeln auf dem Ruhrtalradweg flussaufwärts auf der linken Flussseite. In dem Wasser spiegeln sich die Wolken wider.
Die Mühle Vogelsang, die Eisenbahnbrücken in Fachwerkbauweise und die alte Horster Schleuse sind Fotomotive auf dem Ruhrabschnitt.
An dem Eisenbahnmuseum wechseln wir das Ufer und fahren auf dem recht neuen Radwegan der Bahninie ins Zentrum von Dahlhausen, wo sich die Gruppe dann auflöst.
Ich habe den längsten Heimweg und fahre wieder auf der Springorumtrasse und durchs Lottental nach Hause. Jedenfalls bin ich heute bei Temperaturen bis fast 30°C gut ins Schwitzen gekommen und 4 Liter Flüssigkeit sind heute drauf gegangen.