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Frühjahr 2014

von Linz am Rhein nach Ulm

Linz/Rhein – Hunsrück – Kaiserlautern – Bad Bergzabern – Rheinau – Offenburg – Schwarzwald – Hornberg – Tuttlingen – Sigmaringen – Ehingen – Ulm

Datum:
Strecke:
Hornberg - Beuron
Streckenlänge:
85 km (ohne Bahnstrecke)
Bild
Hier versammeln sich die fünf Jungs am Eingang des Hotels „Zum Schützen“, in dem wir übernachtet haben. Am Abend wurde lebhaft diskutiert, wann wir aufstehen müssen, um den Zug pünktlich zu erreichen. Die vorgeschlagenen Aufstehzeiten variierten zwischen 7:00 und 8:15 Uhr. Letztlich schaffen wir es doch, dass alle um 8:00 Uhr am Frühstückstisch sitzen.
Hier wollen wir uns die heftigste Steigung hinauf nach St. Georgen ersparen. Deshalb radeln wir zum Hornberger Bahnhof, um für dieses Teilstück den Zug zu nutzen.
Auf der Anhöhe thront die Hornburg und im Ort prägt ein wuchtiges Viadukt das Bild. Durch unsere Übernachtung erhalten wir eine Kurkarte, mit der wir den öffentlichen Nahverkehr kostenfrei nutzen können; auch die Fahrradmitnahme ist nach 9:00 Uhr unentgeltlich. Die Bahninfrastruktur ist hervorragend: Jeder Waggon verfügt über ein Fahrradabteil und die Bahnsteige sind mit Rampen ausgestattet, sodass ein Gleiswechsel mühelos gelingt.
Die Fahrt von Hornberg nach St. Georgen dauert knapp eine halbe Stunde. Nach einem steilen Anstieg führt die Strecke durch zahlreiche Tunnel und Kehrschleifen durch den Hochschwarzwald.
Blick aus dem Zugfenster auf die anspruchsvolle Strecke.
Auf diese Weise sparen wir uns jeweils 400 Höhenmeter per Rad (man könnte auch schmunzelnd von „Warmduschern“ sprechen). Wir erreichen St. Georgen auf einer Höhenlage von 840 m.
Von St. Georgen radeln wir ein Stück parallel zur stark befahrenen B33, bevor es auf ruhigeren Nebenstraßen weitergeht. Nach einer rasanten Abfahrt kommen wir in Königsfeld vorbei – direkt an der berühmten Schwarzwaldklinik.
Kurz darauf passieren wir ein Hinweisschild, was Heinz zu dem Spruch verleitet: „Jetzt weißt du, wie die Hunde heißen“ –
Wenna kontert prompt: „Deißlinger!“
Der Schwarzwald zeigt sich hier nicht mehr ganz so dunkel; stattdessen treffen wir auf weite Grünflächen, und im Hintergrund ist ein Wasserturm zu erkennen. Am Morgen war es noch recht frisch, doch im Laufe des Tages zieht die Temperatur an. Wir können das lange Trikot ablegen; Heinz und Rainer packen zudem ihre Beinlinge ein.
Bei Dauchingen überqueren wir mit Unterstützung der Bundesbahn die europäische Wasserscheide zwischen Rhein und Donau. Im Ort Trossingen decken wir uns mit Proviant für das Mittagessen ein und hinter dem Gaugasee finden wir eine gemütliche Sitzgruppe. Weniger später passieren wir Spaichingen und setzen unseren Weg entlang der B14 fort.
In Wurmlingen legen wir eine Kaffeepause ein. In den Ortschaften prägen zahlreiche Industriegebiete das Bild, wobei besonders die Medizintechnik hoch im Kurs steht. Mittlerweile ist es sommerlich warm geworden, und am Dorfbrunnen kommt es zum traditionellen Wurmlinger Brunnensprung.
Zumindest so weit, dass die Hose einigermaßen trocken bleibt.
Wir setzen unsere Fahrt durch das breite Tal fort und erreichen kurz vor Tuttlingen die Donau. Hier wird der Fluss von zahlreichen Brücken überspannt. Zuerst queren wir das Gewässer über eine an die Eisenbahnbrücke angehängte Konstruktion, die speziell für den Fuß- und Radverkehr dient.
Diese schöne Fuß- und Radfahrerbrücke nutzen wir gleich noch einmal, um wieder auf das Nordufer zu gelangen.
Von hier aus rollen wir das weitläufige Donautal flussabwärts.
Unser weiterer Weg wird vom Donauradweg bestimmt, der uns zum Ort Mühlheim an der Donau führt. Während Gerd und Heinz auf dem Weg unterhalb des Ortskerns bleiben, erkunden Werner und Rainer den historischen Ort genauer. Wer sich nun fragt, wo Klaus geblieben ist: Die Antwort lautet schlicht, dass er bereits vorgeradelt ist.
Unterwegs im oberen Donautal.
Das obere Donautal zwischen Tuttlingen und Beuron zählt zweifellos zu den schönsten Abschnitten der gesamten Tour: Ein steiler Taleinschnitt, in dem der Radweg auf ruhigen Feldwegen frei von Autoverkehr an schroffen Felswänden und romantischen Burgen vorbeiführt.
Hier posiert Heinz gut gelaunt vor der Biberstatue.
Auf verkehrsarmen Wegen geht es weiter durch das idyllische Flusstal.
Hier passieren wir die historische Eisenbahnbrücke Immendingen-Hintschingen aus dem Jahr 1889.
Flussverlauf der jungen Donau.
Der Flusslauf ist hier durch enge Schleifen und steile Berghänge gekennzeichnet – wahrlich der romantischste Abschnitt der oberen Donau.
Hoch über dem Donautal thront das Schloss Bronnen auf einem markanten Felsvorsprung.
Und hier bietet sich die perfekte Gelegenheit, beim Essen die Füße im kühlen Wasser baumeln zu lassen, falls die Sonne allzu stark wärmt.
Rast im oberen Donautal.
In Beuron stoßen wir zunächst auf eine leerstehende Villa, die sich hervorragend als Kulisse für einen Krimi eignen würde. Gegenüber dem Benediktinerkloster kehren wir schließlich im Restaurant Pelikan ein, um den Spätnachmittag gemütlich auf der Terrasse ausklingen zu lassen.