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Spätsommer 2026

Westpommern

Anklam - Kołobrzeg - Połczyn-Zdrój - Drawsko-Seenplatte - Berlin

Datum:
06. bis 13. September 2026
Strecke:
Anklam - Berlin
Streckenlänge:
630 km
Bild
Im Spätsommer 2026 haben wir eine Radtour unternommen, die uns nach Westpommern führte. Diesmal sind Gerd und Rainer mit dem Zelt unterwegs, und als Startort haben wir uns Anklam ausgesucht. Wir radeln erst einmal nach Usedom sowie zwischen Stettiner Haff und Ostsee gen Osten. In Swinemünde erreichen wir schließlich Polen. Der Radweg führt weiter an der Ostsee entlang bis nach Kołobrzeg – beziehungsweise Kolberg, wie es einst hieß. Die polnischen Ortsnamen kann man sich zwar schwer merken, aber die Landschaft entschädigt dafür. Wir waren hier bereits 2008 sowie auf einem Teilstück im Jahr 2022 unterwegs. Die Zahl der Hotels und Touristen in Polen hat sich seitdem vervielfacht, aber die typischen Sandwege sind geblieben.
Zuerst soll es an der Ostsee weitergehen. Hier waren wir schon einmal! Im Jahr 2009 bin ich mit Heinz von Danzig aus an der Küste entlanggeradelt. An die breiten Sandstrände erinnern wir uns noch gut und ebenso an die Schollenfilets, die nach Gewicht verkauft wurden. Unvergessen bleiben natürlich auch die tiefen Sandwege, auf denen man gelegentlich stecken blieb. Doch diese Tour liegt nun schon 17 Jahre zurück, und in dieser Zeit hat sich in der Region viel getan.
Nachdem wir die Vorstadtbezirke von Kołobrzeg hinter uns gelassen haben, ändert sich das Umfeld drastisch: Es folgt eine nur schwach besiedelte Landschaft. Dichter Wald und weite Felder säumen unseren Weg. Einen großen Teil der Strecke legen wir auf gut asphaltierten Bahntrassen zurück, die zu modernen Radwegen umgebaut wurden. Angesichts der spärlichen Bevölkerung haben sich die Eisenbahnstrecken auch in Polen wohl nicht mehr rentiert. In manchen Ortschaften wurden die Trassen allerdings überbaut oder bisher nicht umgewandelt. Meist führen die alten Wege jedoch an den Dörfern vorbei, wo verlassene Bahnhöfe von früheren Ansiedlungen zeugen. Das Land ist eiszeitlich geprägt; die ehemaligen Bahnlinien schmiegen sich mit Dämmen und Einschnitten optimal an das Gelände an, um die Steigungen moderat zu halten. Um die einzelnen Trassen miteinander zu verbinden, nutzen wir ruhige Nebenstraßen. Auf den größeren Hauptstraßen herrscht hingegen starker Verkehr mit vielen Lkw, sodass man diese möglichst meiden sollte. Die Nebenstraßen sind mit ihren zahlreichen Schlaglöchern und Ausbesserungsstellen allerdings etwas gewöhnungsbedürftig. Hin und wieder steuern wir auch Sand- und Schotterpisten an, die ebenfalls als offizielle Radwege ausgewiesen sind. Dort kann man mit dem schweren Reisetrekkingrad durchaus einmal stecken bleiben. Da Übernachtungsmöglichkeiten wie Zeltplätze oder Hotels rar gesät sind, müssen wir uns stets frühzeitig um das jeweilige Tagesetappenziel kümmern.
Bei Bienenwerder überqueren wir die Oder über die 2022 neu eröffnete Europabrücke. Wir folgen dem Fluss ein Stück abwärts und biegen anschließend in das Oderbruch ein. Hier gibt es am Wegesrand wieder deutlich mehr zu entdecken. Insbesondere entlang des Finowkanals kann man bei Eberswalde und Finow faszinierende Industriekultur bewundern. Auch das berühmte Schiffshebewerk haben wir auf der Route noch mitgenommen. Als Zielort haben wir Berlin auserkoren. Durch ein ausgedehntes Waldgebiet rollen wir an den brandenburgischen Seen vorbei, nicht selten auf unbefestigten Waldwegen. Auch im Großraum Berlin fahren wir zumeist durch grüne Schneisen, bis wir den Innenstadtbereich bei Pankow erreichen und schließlich über gut frequentierte Radwege Kurs auf den Hauptbahnhof nehmen.