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Spätsommer 2026

Westpommern

Anklam - Kołobrzeg - Połczyn-Zdrój - Drawsko-Seenplatte - Berlin

Datum:
10. September 2026
Strecke:
Połczyn-Zdrój - Ińsko
Streckenlänge:
85 km
Bild
So sieht unser Hotel Hopferówka im Hellen aus. Das Frühstück ist gut und vielfältig.
Wir fahren nochmals durch den Kurpark; ein gepflegter Landschaftspark mit vielen Blumen, gestutzten Sträuchern und verschiedenen interessanten Sichtachsen.
Gerd füllt seine Flasche mit dem Kurwasser auf. Auf dem Hinweisschild ist aber die Einschränkung aufgeführt, dass die heilende Wirkung nicht nachgewiesen ist.
Wir fahren aus dem Zentrum wieder zurück auf die Bahntrasse. Der weitere Verlauf ist auf dem Schild dargestellt. Die Trasse führt noch 32 km weiter bis zu der Kleinstadt Złocieniec.
Zuerst geht es an Buschwerk vorbei und die Strecke steigt kontinuierlich an.
Neben der Strecke breiten sich Felder, Wiesen und Weiden aus. Die Strecke ist durchgehend asphaltiert, an manchen Stellen hat das Wurzelwerk den Asphalt zu Bodenwellen verformt.
Dann passieren wir kleinere Seen und einige Moorgebiete. Nach 7 km haben wir den höchsten Punkt mit 200 m ü. NN erreicht.
Im weiteren Verlauf breitet sich ein dichter Laubwald aus, der die Fahrstrecke einhüllt. Im Hochsommer wird das Teilstück im Waldschatten wohl angenehm befahrbar sein. Die Trasse verläuft teils in tiefen Einschnitten oder auf einem Bahndamm, wohl 15 m über dem Gelände.
Die Bahnhofsgebäude stehen noch und sind in einem einheitlichen Ziegelmauerwerk ausgeführt. Hier der alte Bahnhof von Zajączkowo.
Nach dem Anstieg wechselt die Umgebung zwischen Wald, Feldern, Äckern und Feuchtgebieten.
Vor dem Bahnhofsgebäude von Chlebowo hat der Besitzer die Schlümpfe aufgestellt. Die Strecke ist bis 1991 betrieben worden und danach mit EU-Geldern zu einer Fahrradstrecke umgebaut worden. Wir treffen einige wenige Fernradfahrer auf der Strecke. Dann begegnen wir noch einheimischen Radfahrern und Pilzsammlern. Von dem See Siecino, der einige Kilometer neben der Trasse liegt, bekommt man nichts mit.
Am Ende der Trasse breitet sich noch ein größeres Waldgebiet aus. In Złocieniec haben wir den Endpunkt der Fahrrad-Bahntrasse erreicht. Im Zentrum der Stadt steht die übliche Backsteinkirche und im Umfeld stehen einige Wohnhäuser, wohl noch aus der sozialistischen Zeit.
Auf einer Seite des zentralen Platzes findet man noch ältere Gebäude. Bei einem Türken gibt es Mittagessen.
Unser weiterer Weg verläuft wieder durch Waldgebiet, allerdings auf einer Straße. Hin und wieder rauscht ein Auto vorbei. Die Steigungen und Gefällepassagen folgen in kürzeren Abständen; hier ist es nicht mehr so komfortabel wie auf der Bahntrasse.
Es geht an riesigen Feldern vorbei und in dem Ort Lubieszewo erreichen wir den See Jezioro Lubie.
In größerem Abstand zu dem Gewässer fahren wir in westliche Richtung, bis wir in Lubieszewo dem See wieder näher kommen. Wir passieren ein einladend wirkendes Restaurant und kehren zu einem Bier ein. Im Garten sind einige Fischbecken im Boden eingelassen und es wimmelt dort von Forellen und Lachsforellen. Einige Störe befinden sich in einem Glasaquarium. Jedenfalls gibt es hier ganz frischen Fisch.
Das ist die Kleinstadt Gudowo mit der markanten Holzkirche.
In Gudowo möchte ich noch einen Blick auf den See werfen. Es ist mir nur an einer Stelle gelungen, an das Ufer zu kommen. Ansonsten ist das Ufer nicht erreichbar oder es gehört zu einem Privatgelände.
Hier erstreckt sich ein riesiges Maisfeld.
Der Ort Mielenko Drawskie ist die letzte menschliche Ansiedlung, die wir passieren, und dann kommt nichts mehr. Auf der Karte ist außer Wald nichts eingetragen und da ist auch nichts mehr. Der Wald neben der Straße ist militärisches Sperrgebiet. Wir radeln auf der Betonpiste, begegnen fast keinem Fahrzeug und zum Glück auch keinem Panzer.
Und so zieht sich die Strecke in die Länge; mal rauf, mal runter und unter uns die grobe Betonpiste.
In Studnica erreichen wir wieder die Zivilisation mit richtigen Häusern und einer Kirche.
Auf einer Nebenstraße fahren wir an dem Ort Ińsko vorbei. Der als Radweg ausgewiesene direkte Weg ist mit unseren Rädern wegen des tiefen Sandbettes nicht nutzbar.
Wir erreichen Ciemnik und hier haben sich die Hunde zum Bellen verabredet. Aus jedem Haus springen ein oder zwei Hunde heraus und laufen bellend neben uns im Garten entlang, bis der Nachbarshund den Job übernimmt.
Wir beratschlagen, wo wir die Nacht verbringen sollen. In 6 - 7 km soll es zwei Campingplätze geben, aber das scheinen eher spartanisch eingerichtete Plätze zu sein und unsere Vorräte haben wir auch nicht aufgestockt, da kein Lebensmittelladen auf dem Weg lag. Wir entdecken ein Werbeschild für die Freizeitstätte Wisola an dem See Stubnica. Hier sind Schulklassen untergebracht, aber wir können auch ein Appartement mieten. Abendessen gibt es auch noch.
Wir können dann gesättigt zum Abend übergehen. Auf dem Gelände laufen einige Tiere, Kühe, Ponys und ein Emu herum.