Um 09:30 Uhr brechen wir von unserer Pension Wole auf. In dem Ortsteil gibt es eine größere Wäscherei, der ein Wäschereimuseum angegliedert ist. In den Kreisverkehr hat man einen stehenden Dampfkessel aufgebaut.
An dem Messingwerk gelangen wir wieder zum Kanalufer. Diese im Jugendstil errichtete genietete Stahlbrücke ist ein Hingucker, den wir uns schon 2015 angeschaut haben. Allerdings kann die Brücke wegen starker Korrosion nicht mehr betreten werden.
Das war die Villa der Werksbesitzer, der Familie Hirsch, die eine soziale Ader hatte, sich auch für das Wohl der Arbeiterschaft kümmerte und z. B. Werkswohnungen errichtete. Die Besitzer waren Juden; sie wurden von den Nazis verdrängt und in den Freitod getrieben.
Das auffälligste Bauwerk ist der riesige Wasserturm von 1917/18, der ein ganz anderes Design als die gewohnten Wassertürme besitzt. Man kann auch mit einem Aufzug zur Besucherbühne fahren.
Hier noch ein Torbogenhaus. Viele Gebäude sind renoviert worden, einige sind allerdings stark verfallen. Jedenfalls ist ein Abstecher zum Messingwerk unbedingt empfehlenswert.
Aber bald müssen wir den Kanalverlauf erneut verlassen, da es westlich von Finowfurt keinen uferbegleitenden Weg mehr gibt.
Am Ortsende von Finowfurt erreichen wir wieder ein größeres Waldgebiet, überqueren die Autobahn A11 und steuern auf den Eisenbuder See zu, den man wegen des dichten Baumwuchses allerdings kaum wahrnehmen kann. Dort befinden sich das Forsthaus und daneben eine Sitzgruppe, die wir für eine Pause nutzen. Es geht weiter auf unbefestigten Waldwegen – mal Sand, mal Schotter. Ein Schild weist auf das eiszeitlich geprägte Gelände hin, und so geht es auch ständig auf und ab.
Dann kommen wir an einem abgeschotteten Gelände vorbei; das ist der Bunkerkomplex 5000, der für die politische Führung der DDR bestimmt war.
Wir radeln weiter durch das Waldgebiet und anschließend am Liepnitzsee entlang, der jedoch im Verborgenen bleibt. Parkplätze an der Straße deuten darauf hin, dass hier wohl reger Ausflugsverkehr herrschen kann – allerdings nicht an diesem Montag im September.
Der Ort Wandlitz mit dem ehemaligen Wohnbereich der DDR-Führung liegt um die Ecke. An der Hauptstraße genießen wir an einer Holzbude eine kleine Zwischenmahlzeit mit Bier und Currywurst. Für mehr reicht es nicht – unser Bargeld ist ausgegangen, da wir die letzte Übernachtung in cash bezahlen mussten.
Auf unserer ausgesuchten Route rollen wir weiterhin durch wenig bebautes Gelände. Wir lassen Panketal links liegen und in gebührendem Abstand zur Autobahn A114 geht es durch ein Gebiet mit aufgelockerter Bebauung.
Wir fahren durch Pankow, wo es bereits sehr verkehrsreich wird. Hier muss man gut aufpassen, da viele andere Radfahrer, etliche Lastenräder und E-Scooter-Fahrer unterwegs sind.
Dann passieren wir das Eisenbahndreieck im Berliner Norden und dahinter gelange wir zum Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark, an dem heftig gebaut wird. Über die Bernauer Straße und Invalidenstraße steuern wir schließlich den Berliner Hauptbahnhof an.