02. Sept.
03. Sept.
04. Sept.
05. Sept.
06. Sept.
07. Sept.
08. Sept.
09. Sept.
10. Sept.
11. Sept.
12. Sept.
13. Sept.
14. Sept.

Spätsommer-Radtour 2021

Runde von Aachen durch Belgien, Nordfrankreich und nach Hause

Aachen, Vennbahn, Bastogne, Maas, Ardennen, L'Oise, Charleroi, Maas, Niederrhein, Bochum

Datum: 12. September 2021
Strecke: Namur - Eijsden
Streckenlänge: 97 km
view_list Startseite
home home
map Karte
insert_photo Profil
camera_front Dia-Show
file_download gpx-Track

Herrliches Wetter am Sontagmorgen. Nach dem Frühstück in der Herberge (heute müssen wir uns mal nicht selbst drum kümmern) geht es weiter auf dem Maasradweg in Richtung Liege.
Vom südlichen Ufer haben wir noch einen kontrastreichen Blick auf die Festung.
Auf dem Uferweg findt heute ein Trödelmarkt statt. Alles was weg kann, kann ergattert werden.
Die Maas strömt in lang gezogenen Schleifen durch das Land. Hier eine alte Industrieanlage, die ganz ansehnlich wirkt.
Steile Felsenhänge, die an das Elbsandsteingebirge erinnern, bäumen sich am Ufer der Maas auf. Dazwischen das Chateau d'Arenberg bei Brumagne - das sieht schon recht beeindruckend aus.
Beim genaueren Hinsehen erkennen wir Gruppen von Bergsteigern, die sich in den Steilhängen tummeln.
Wir treffen einen Radfahrer, der mit einem großen Anhänger unterwegs ist und wohl seinen gesamten Hausstand dabei hat. Er spricht von 50 - 60 kg Gepäck, die er befördert - Leben im Luxus. Er hat einen stabilen Einradeinhäger mit einer drehbaren Deichsel gebaut, und das Gepäck ist wohl geordnet in den Kunststoffkisten verstaut. Angeblich schafft er ohne Elektrounterstützung auch extreme Steigungen mit dem Gefährt zu erklimmen. Ich zeige ihm die Beschriftung auf meinen Packtaschen, mit der ich versuche, das Chaos in den Taschen in den Griff zu bekommen. Dann treffen wir noch auf einen anderen Anhängerfahrer, der einen Solarkollektor auf dem Anhänger montiert hat, der wohl seinen Akku speist.
Noch sieht das Tal der Maas mit den Wäldern und Steilfelsen idyllisch aus. Hin und wieder ein Steinbruch oder ein Steinwerk mit großen Silos, die wir am Ufer antreffen. Der Weg mit einer Beton- oder Asphaltschicht ist recht gut befahrbar und wir kommen gut voran.
In Huy treffen wir treffen wir wieder auf eine Zitadelle, die das Maastal mal abgesichert hat.
Kurz danach erreichen wir das Atomkraftwerk von Tihange, das wegen seiner maroden Rohreitungen als Sicherheitsrisiko berüchtigt ist. Der Radweg führt um das Kraftwerk herum und weiter flussabwärts ist der Radweg direkt am Fluss gesperrt und man wird kreuz und quer durch das Tal geleitet, um weiter nach Liege zu gelangen.
Hier nochmal ein historisches Gebäudeensemble,
und dann geht es auf einem steilen und zugewachsenen Radweg weiter. Jedenfalls ist der weitere Radweg, mit vielen Schleifen und unübersichtlich Wegführung und Steigungspassagen nicht attrakiv.
Auf der gegenüber liegenden Flussseite liegt das stillgelegte Kohlekraftwerk Centrale des Awir. Vielleicht ein Sinnbild für des Ende des Kohlezeitalters, zumindest in Europa?
Dann noch ein Hingucker, das Château de Archier.
Dann ändert sich die Szenerie. Immer mehr Industrieanlagen drängen sich am Maasufer. Für den Radweg ist kein Platz mehr. Irgendwo auf den Nebenstraßen und durch Industrieanlagen werden wir Maas abwärts geleitet. Wir nähern uns den Vororten von Liege. Die Randbereiche der Stadt sind äußerst heruntergekommen, wir habe den Eindruck, in einer Stadt nach dem Ende der DDR zu sein.
Die Qualität des Radweges wird immer schlimmer; schmale Rad-/Fusswege, enge Ampelzugänge, viel motorisierter Verkehr.

Im Hintergrund ein stillgelegter Hochofen als Sinnbild des industriellen Niedergangs der Region. Wir passieren ausgedehnte Siedlungen mit Arbeiterhäusern. Das einst einheitliche Erscheinungsbild ist durch individuelle Eingriffe und Änderungen an den Häusern abhanden gekommen. Aber man hat so einen Eindruck von den Architektur für das Arbeiterproletariat; schmale Häuser vom Reißbrett.
Liege ist für Radfahrer ein Graus, Note 6. An dem Maasufer hat man keine Chance die Straße zu überqueren. Der Fussweg ist gesperrt und auf der viel befahrenen Straße kann man nicht den Fussweg verlassen. Als einzigste Mölglichkeit weiterzukommen haben wir den Weg durch den Bahnhof gesehen. Mit der Rolltreppe wechseln wir die Ebenen. Das ist für Werner mit seinem hecklastigen Rad sehr grenzwertig. Die Architektung des Bahnhofs mit seinem ausschwingenden Glasdach ist schon sehr avantgarde.
Dann noch das metallisch eingefasste Hochhaus mit der Glasfront unterstreichen die Moderne der Architektur des Bahnhofsviertetels. Es geht dann weiter auf dem linken, östlichen Maasufer. Hier eine nette abwechselungsreiche klassische Architektur.
Auf der anderen Flussseite ein greuliches Gemisch aus älternen Gebäuden der 60er und 70er Jahre als Hochhausarchitektur.
Langsam geht die dichte Bebauung zurück und die Industriebetriebe übernehmen erstmal das Flussufer. Die Umgebung ist flach und für der Schiffsverkehr wird auf dem Albertkanal abgewickelt. Die Wegführung auf unserem Radweg nach Maasstrich wechselt oft. Lange Brücken überspannen den hier sehr breiten Maasstrom und Albertkanal.
Höhepunkt am Nachmittag ist die Überquerung der Maas mit der Fähre. Unbemerkt sind wir jetzt in den Niederlanden angekommen. Ursprünglich wollten wir von Aachen mit dem Zug zurückfahren. Da wir trotz der Pannen gut vornagekommen sind und das Wetter mitspielt, haben wir entschieden, mit dem Rad ins Ruhgebiet zurückradeln. Endpunkt für heute ist der Campingplatz "Camping de Osterdriessen". Die Rezeption ist mal wieder geschlossen, als wir um 18:30 Uhr ankommen. Nach dem Schwimmen im See und der Essenszeremonie kann der Bericht erstellt werden.
Und hier ist Lektor Gerd bei der Arbeit, die meisten Böcke und Rechtschreibfehler in dem Text zu beheben.