Irgendwann zwischen 10:00 und 10:30 Uhr sind wir startbereit. Es ist bewölkt, aber es regnet nicht. Unser Weg führt über
kleine Straßen durch Vemars und Moussy-le-Neuf.
Gegenüber von diesem verlassenen Gebäude legen wir die Frühstückpause ein. Nervig sind die Flugzeuge, die von dem Flughafen Charles-de-Gaulle starten. Der Himmel ist verhangen, und von den Flugzeugen sieht man nichts. Wir kommen an Deponien vorbei, die schon mal den Vorgeschmack auf die Großstadt liefern.
Vor dem Ort Gressy weichen wir auf die stark befahrene D212 aus; der Radweg ist unzumutbar verschlammt. Nach 3 Kilometern erreichen wir den Canal de l'Ourcq. Der schmale Kanal führt schnurstraks geradeaus in Richtung der Pariser Innenstadt. Neben dem Kanal verläuft ein asphaltierter Radweg, der auch von vielen anderen Radlern genutzt wird. Hier kann man prima radeln, wenn man mal von den Asphaltaufbrüchen durch die Baumwurzeln absieht.
Bald nähert sich die städtische Bebauung dem Kanal. Fußgänger und spielende Kinder nutzen die grüne Oase am
Kanalverlauf. Die dichten Wolken haben sich zurückgezogen und die Sonne kommt durch. Es wird warm und das kurze Trikot reicht erstmal aus.
Immer mehr Straßen- und Eisenbahnbrücken überspannen den Kanal und die Gebäude werden immer höher. Wir kommen an einem großen Verschiebebahnhof vorbei. Wir erreichen das Kanaldreieck mit dem Anschluss zum Canal Saint Denis. Einen größeren Kanalhafen
bildet das Bassin de la Villette, und jetzt wird es auf dem Radweg immer enger, da immer mehr Menschen den Weg nutzen.
Im weiteren Verlauf treffen wir auf einige Schleusen, und der Verkehr und das städtischen Leben kommen immer näher an den Kanal.
Dann verschwindet der Kanal ab der Rue du Fauborg in einem Tunnel; nunmehr müssen wir auf der Straße fahren oder
auf dem Radweg, soweit der halbwegs frei ist. Dann eine Demo von Schwarzen, die mit Musik begleitet wird.
Die Pariser sind zumeist mit Renrädern oder Gravelbikes unterwegs, und sind so etwas flexibler als wir mit unserem großen Gepäck.
Erstmal orientieren wo es weiter geht, und anschließend erreichen wir die Seine und das
historische Zentrum liegt hinter uns.
Es folgt die Mündung der la Marne und ab dort radeln wir auf dem linken Flussufer der Seine. Hier reihen sich
die Industriebetriebe am Ufer. Aber es gibt meistens einen mehr oder weniger guten Radweg an dem Seineufer.
Wir fahren durch die dichte Bebauung der Pariser Vororte Vitry-sur-Seine und Choisy-sur-Roi. In Dravail gibt es einige Seen am Ufer der Seine soll es einen Campingplatz geben; was aber nicht zutraf. So haben wir uns in einem Hotel in dem Ort einquatiert, und die Baguettes mit Camembert und Salami in dem Hotelzimmer verspeist. Werner brauchte noch etwas Warmes und tauchte dann noch mit einem gegrillten Hähnchen auf. Zum Sonnenuntergang unternehmen wir noch einen Rundgang durch den Ort Dravail; aber wer Dravail nicht gesehen hat, hat auch nichts verpasst.